Entmanganung

Mangan

Wasser mit erhöhtem Mangangehalt (> 0,05 mg/l) muss aufbereitet werden. Mangan tritt in Wasser oft gleichzeitig mit Eisen auf. In der Regel handelt es sich bei manganhaltigen Wässern um reduzierte bzw. sauerstoffarme Wässer, in denen das Mangan gelöst in zweiwertiger Form als Mn2+ vorliegt. Mangan ist wie Eisen ein Schwermetall, welches in der Erdrinde normal nur als Oxid vorliegt. Bei der Versickerung kommt Wasser, dessen Sauerstoffgehalt mit der Zeit durch biologische Prozesse abnimmt, in tieferen Erdschichten mit diesen Oxiden in Kontakt. Bei geringem Sauerstoffgehalt werden durch im Boden ablaufende Redox-Vorgänge Oxide reduziert und das dabei freiwerdende Mangan in Wasser gelöst. Oxidiertes Mangan bildet schwarze Ablagerungen in Rohrleitungen, welche zu massiven Problemen führen können. Die Entmanganung zählt wie die Enteisenung neben der Filtration zu den ältesten Wasseraufbereitungsverfahren überhaupt. Im Rahmen der Entmanganung wird das lösliche zweiwertige Mangan mit Sauerstoff zu unlöslichem Manganoxid (Braunstein) oxidiert. Die reine Entmanganung verläuft allerdings nicht so einfach wie die Enteisenung, da Mangan erst nach Eisen oxidiert wird. Bei der klassischen Aufbereitung durch Belüftung werden deshalb in der Regel zwei Filterstufen seriell geschaltet. In der ersten Stufe erfolgt die Enteisenung in der zweiten Stufe die Entmanganung.

 

Für alle nachfolgend beschriebenen Verfahren muss zunächst für eine Sauerstoffanreicherung – wie in der Rubrik Enteisenung beschrieben – gesorgt werden.

Ablagerungen durch Manganoxid
Ablagerungen durch Manganoxid

Biologische Entmanganung
Das Verfahren der biologischen Entmanganung kann Einlaufzeiten von bis zu 4 Monaten erfordern. Neben einem ausreichend hohen Sauerstoffgehalt muss ein stabiler pH-Wert vorliegen. Durch Impfen mit Filtersand aus einer funktionierenden Filterstufe kann die Einarbeitungszeit des inerten Filtermaterials verkürzt werden. Neben biologischen Vorgängen treten in Entmanganungsfiltern auch katalytische Effekte auf.

 

 

Katalytische Entmanganung
Mit speziellen katalytisch wirkenden Filtermaterialien kann ebenfalls eine zuverlässige Entmanganung - je nach Mangangehalt des Rohwassers - mit einer oder mit zwei Filterstufen erfolgen. Die katalytische Entmanganung erfordert hohe Redox-Spannungen, weshalb oft die Dosierung von Kaliumpermanganat angewandt wird. Katalytisch wirkende Materialien kommen oft im Rahmen der Prozesswasseraufbereitung zum Einsatz, die Materialien können die katalytischen Eigenschaften im Laufe der Zeit verlieren und in der Wirkung nachlassen.

 

Chemische Entmanganung
Beim Einsatz von Ozon kann Mangan in einer Filterstufe zusammen mit Eisen und möglicherweise vorliegendem Arsen entfernt werden. Der Vorteil der Ozonoxidation ist die vollständige Entmanganung ohne Einlaufzeit. Bei der Ozonung ist allerdings zu beachten, dass es bei zu hoher Ozondosis zur Bildung von Permanganat kommen kann, welche dem Wasser eine lila Färbung gibt.
Die Entmanganung kann auch durch Zugabe von Permanganat erfolgen. Allerdings erfordert die Dosierung einen konstanten Mangangehalt im Rohwasser, was in vielen Fällen nicht gegeben ist. Aus diesem Grunde favorisieren wir die Ozonung.

Schema chemische Entmanganung
Schema chemische Entmanganung

 

 

Wir unterstützen Sie gerne bei der Dimensionierung einer Wasseraufbereitungsanlage sowie bei der optimalen Konfiguration. Fragen Sie uns an!

Informationscenter Wasseraufbereitung
AnsprechpartnerManfred Brugger

Tel. +49 751 6009-47
Kontakt aufnehmen

Wolfgang Sontheim

Tel. +49 751 6009-86
Kontakt aufnehmen

Salesteam RWT

Tel. +49 5241 9760-0
Kontakt aufnehmen